Das Asien-Institut

(The Asia Institute)

Einführung

Das Asien-Institut (The Asia Institute) ist die erste ernsthafte pan-asiatische Denkfabrik. Als eine Forschungsinstitution, die sich bei Themen von globaler Bedeutung auf Asien fokussiert, ist das Asien Institut bemüht, einer ausgewogenen Perspektive gerecht zu werden, welche die Belange der gesamten Region reflektiert. Das Asien-Institut bietet einen objektiven Raum, in welchem eine relevante Diskussion über zeitgenössische Entwicklungsrichtungen in den Bereichen von Technologie, internationalen Beziehungen, Wirtschaft und Umwelt abgehalten werden kann.

In den Bereichen von Handel, Technologie und Finanzen integriert sich Asien heutzutage in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit. Obwohl Asien das intellektuelle, technologische und finanzielle Drehkreuz des Planeten ist, erscheint eine Diskrepanz zwischen der schnellen Integration Asiens in Fragen der Logistik, Energie und Finanzen einerseits und seiner langsamen Entwicklung als ein kulturelles und intellektuelles Kontinuum.

Die Quantität gründlicher Diskussion zwischen den von diesenVeränderungen betroffenen Bürgern Asiens bleibt bis lang unzureichend. Es gibt einen dringenden Bedarf an Analyse und Debatte über die Entwicklungslinien in Asien, welcher über nationale Grenzen hinausreicht und alle Akteure mit einschließt. Das Asien-Institut hat sich dafür entschieden, sich auf die Auswirkungen von Technologie auf die Gesellschaft, die Umwelt, die Belange von Jugendlichen und Frauen und auf die Implikationen für internationale Beziehungen von Entwicklungen in den Bereichen von Bildung, Kommunikation und Wirtschaft zu fokussieren. Alle diese Fragen sind entscheidend für die Zukunft Asiens und verdienen eine bedachte Analyse und Diskussion.

Das Asien Institut widmet sich bedeutsamer Kooperation, die über ganz Asien reicht; und befindet sich dabei auf der Suche nach neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Diskussion zwischen China, Japan und Korea, und zwischen den Nationen Südasiens, des Nahen Ostens, Zentralasiens, Südostasiens und den übrigen Ländern des Planeten. Wir streben danach, eine neue Vision eines integrierten und friedlichen Asiens zu präsentieren, das ökologisch nachhaltig ist und nicht durch einen unnachgiebigen Drang nach Profit angetrieben wird.

Das Asien-Institut ist weiterhin unverwechselbar in seinem Einsatz dafür, die Jugend in seine Programme mit einzubeziehen, um dieser damit eine Möglichkeit zu geben, ihre Sorgen direkt an die Macher der Politik und an Experten zu richten; und sich an einer bedeutungsvollen Debatte zu beteiligen.

So ist es in diesem Zeitalter häufig der Experte, der viel von den Erfahrungen der Jugend lernen muss. Wir bauen Brücken der Zusammenarbeit quer durch ganz Asien zwischen Jugendlichen und Sachkundigen, welche die kommende Generation kräftigen sollen. Wir spüren einen kritischen Bedarf daran, die Jugend in der politischen Debatte in Anspruch zu nehmen und sicherzustellen, dass die Diskussionen der Experten von Bedeutung für die einfachen Bürger sind.

Darüber hinaus können viele der Probleme, denen wir uns heute gegenübersehen – von der Umweltkrise bis hin zur wachsenden Schere zwischen Arm und Reich –nur angesprochen werden, indem wir derenUrsprünge in uns selbst ansprechen.

Nur wenn wir das spirituelle Verlangen und die psychologischen Unsicherheiten thematisieren, die zu ungezügeltem Konsum oder rücksichtslosen Konflikten führen, können wir damit beginnen, uns den Aufgaben dieses Zeitalters zu widmen. Wie es Albert Einstein einst bemerkte; “Wir können unsere Probleme nicht damit lösen, indem wir dieselbe Art des Denkens benutzen, mit dem wir diese geschaffen haben.” Unsere Forschung und unsere Aktivitäten berücksichtigen die zugrundeliegenden Unsicherheiten und Widersprüche in uns selbst, die zu den ernsthaften Problemen der Gegenwart geführt haben.

Schließlich befindet sich das Asien-Institut in einem Dialog mit Akteuren aus ganz Asien, der die Zukunft Asiens selbst betrifft. Wie können wir uns jenseits traditioneller Machtrivalitäten bewegen und uns Asien als eine friedliche Gesamtheit vorstellen, in der Integration neue Horizonte bietet? Wie können die institutionellen und ideologischen Barrieren der Gegenwart überwunden warden durch die bloße Originalität unserer Vision? Können wir die Perspektive von Experten des Mittleren Ostens oder Südostasiens einbringen in die Debatte über die friedliche Wiedervereinigung der Koreanischen Halbinsel und damit Aspekte des Problems beleuchten, die bisher unsichtbar waren? Nur durch eine umfassende Neu-Definition unserer grundlegenden Annahmen über Wachstum, Frieden, Sicherheit und Wohlstand können wir darauf hoffen, den gegenwärtigen Stillstand zu überwinden.

UNSERE GRUNDSÄTZE

Die Arbeit des Asien-Instituts konzentriert sich auf diese vier miteinander verbundenen Kernpunkte, welche die gesamte Welt beeinflussen. Unser Anspruch ist es, die Bedeutung dieser Kernpunkte zu interpretieren und eine globale Antwort durch einen gemeinschaftlichen Dialog zu erarbeiten, der eine große Spannbreite an Experten in vielen Ländern der Welt einschließt.

(I) Die Veränderung unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft durch ein noch nie dagewesenes Maß an technologischem Wandel

Wenngleich die Ziegel- und Mörtelgebäude um uns herum im Grundsatz unverändert geblieben  und die Grenzen unserer Länder im Wesentlichen dieselben sind,  wurde unsere Welt durch Technologie gleichzeitig tiefgreifend verändert. Moderne Kommunikationstechnologien bringen ähnlich Gesinnte weltweit in unvorhergesehene Beziehungen zu einander. Der ureigentliche Prozess der Trennung von Wahrheit und Fiktion wird immens erschwert, während die Technologie verändert, wie wir wissen und was wir wissen, oder was wir nicht wissen.

Auch der 3D-Druck ermöglicht es, nahezu Alles ohne sonstige Fertigungstechnik herzustellen. Auf diesen Einfluss technologischer Veränderungen Antworten zu finden, wird die große Herausforderung unseres Zeitalters sein, die umso schwieriger wird, da die vielen Veränderungen für die meisten Menschen zum Teil unsichtbar sind.

 

(II) Die Auswirkungen des neuen sozioökonomischen Systems auf unser Klima auf lokaler, regionaler und globaler Ebene

Der Klimawandel ist bei Weitem die größte Sicherheitsbedrohung, der wir uns heute gegenübersehen. Obwohl der Klimawandel seit mehr als 20 Jahren als schwerwiegende Gefahr erkannt wurde, sind unser ökonomisches System und unsere sozialen und kulturellen Institutionen bis heute nicht fähig, hierauf eine Antwort zu formulieren und zu implementieren. Wir müssen verstehen, auf welche Weisen unsere gegenwärtige globale Wirtschaft und unsere technologische Ordnung zum Klimawandel beitragen und konkrete Schritte für die Anpassung an den Klimawandel und dessen Abschwächung im globalen Maßstab zu erarbeiten.

(III) Die Transformation internationaler Beziehungen durch technologischen Wandel, insbesondere Veränderungen auf den Feldern der Diplomatie, Sicherheit, Bildung, Finanzwesen und Handel

Obwohl wir dieselben Begriffe wie vor 100 Jahren benutzen um internationale Beziehungen zu beschreiben, wurde das Wesen der Diplomatie, der Sicherheit und des Handels durch den technologischen Wandel auf unverkennliche Weise verändert. Bilder, Texte und Videos können unmittelbar über die ganze Welt verbreitet werden, was einen wahrhaftigen „Tod der Distanz“ mit sich bringt. Und zunehmend können Bilder, Texte und Videos ebenso leicht produziert werden.

Menschen und Waren werden mit großer Leichtigkeit auch über große Distanzen transportiert. Auch hat die Globalisierung viele heimatlose Einwohner geschaffen. Und ebenso können Massen an Gütern hergestellt und auf automatisierte Weise um den gesamten Globus herum verschifft werden – als Teil der vierten industriellen Revolution. Wir müssen im Licht dieser transformativen Veränderungen vollständig das Konzept internationaler Beziehungen überdenken und uns über vage Ängste gegenüber der Globalisierung hinaus begeben und stattdessen den ausgeprägten Einfluss der Technologie auf internationale Beziehungen aufzeigen und einordnen.

(IV) Der Aufstieg des Anti-Intellektualismus und der Abstieg der Anwendung gründlicher Wissenschaft für Analyse und Problemlösung, sogar inmitten der rasanten technologischen Evolution

Die Welt sieht sich einer furchtbaren Welle des Anti-Intellektualismus gegenüber – von der Verneinung des Klimawandels bis hin zu rassistischem Essentialismus – die unsere Fähigkeit unterminiert auf die drängenden Fragen unseres Zeitalters Antworten zu finden und anstelle dessen eine aus Ignoranz und Gleichgültigkeit kommende, maßlose Haltung fördert. Diese Entwicklung ist eine Folge der Entwertung von Bildung in ein kommerzielles Produkt und des resultierenden Verfalls intellektueller Gründlichkeit in den Medien und anderen Formen des Ausdrucks. Diese neue Kultur ist von Natur aus anti-wissenschaftlich, auch wenn sie funkelnde Technologie bereitwillig annimmt.

Wir müssen emotionale Antworten vermeiden, die von technischen Spielereien herrühren und stattdessen ein rationales, wissenschaftliches Herangehen in der Politik, in der Technologie und im strategischen Maßstab implementieren. Wir müssen dem anti-wissenschaftlichen Ansatz des „panem et circenses“ (Brot und Spiele) im politischen Diskurs, der sich über die ganze Welt verbreitet hat, aus dem Weg gehen. Alles in Allem müssen Intellektuelle eine starke gesellschaftliche Verantwortung haben und sollten als zentrale Figuren in der Gesellschaft behandelt werden.